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Das Zabbix Monitoring bietet nicht nur an, Server und Dienste zu überwachen – durch flexible Nutzung und Ausbaufähigkeit lassen sich darüber hinaus unterschiedliche Sensoren in das Zabbix-System integrieren und überwachen. Genau diese Erweiterbarkeit hat sich in einem aktuellen Projekt im Medizinbereich bewährt.
Die Ausgangslage #
Ein Unternehmen aus dem Medizinbereich setzt sieben Kühlschränke zur Lagerung von Medizinprodukten ein. Das Qualitätsmanagement schreibt eine lückenlose Temperaturüberwachung vor. Bisher wurde das über USB-Sensoren gelöst, die im Kühlschrank platziert und an einem externen Rechner ausgelesen wurden. Eine zentrale Live-Ansicht oder eine bequeme Browser-Prüfung war damit nicht möglich.
Der erste Schritt war also klar: ein netzwerkfähiger Sensor, der sich sauber in eine bestehende Infrastruktur einbinden lässt.
Die Wahl der Hardware: Kentix #
Vor einigen Jahren hatte ich bereits ein Zabbix-Projekt, bei dem ich die Temperaturen eines Serverraums überwacht und dabei die Multisensoren der Firma Kentix eingesetzt habe. Kentix ist ein Unternehmen aus Idar-Oberstein in Rheinland-Pfalz, spezialisiert auf Umgebungsüberwachung, Brandfrüherkennung, Einbruchschutz, Zutrittskontrollen und weitere Überwachungslösungen.

Die Architektur #
In dieser Umgebung verteilen sich die sieben Kühlschränke auf zwei Etagen, beide jeweils mit LAN-Anbindung. Auf der ersten Etage kommt der Alarm-Manager-PRO von Kentix zum Einsatz. Das Gerät verfügt über eine Weboberfläche, eine LAN-Schnittstelle und kann bis zu 500 Sensoren managen. Im Notfall – also bei Ausfall der Internetverbindung – sendet es Daten zusätzlich über ein eingebautes LTE-Modem.
Das Gerät wird per PoE mit Strom versorgt – entweder über einen PoE-Adapter oder einen PoE-Switch. Für die eigentliche Temperaturmessung sorgt der Multi-Sensor-Door, ein batteriebetriebenes Gerät mit laut Hersteller bis zu vier Jahren Laufzeit. Die Sensoren werden in den Alarm-Manager eingebunden und übertragen ihre Daten via Zigbee.
Auf der zweiten Etage arbeitet ein Multi-Sensor-LAN-RF, der gleichzeitig als Repeater für den Alarm-Manager dient – damit ist auch die zweite Etage zuverlässig angebunden.
Praxis-Hinweis: Bei Kühlschränken muss beachtet werden, wie stark sie isoliert sind. Eine Funkverbindung von innen nach außen ist nicht in jedem Modell zuverlässig möglich – das sollte vor Inbetriebnahme getestet werden.
Integration in Zabbix #
Innerhalb des Netzwerks läuft ein Zabbix-Proxy, der die Sensoren über SNMP abfragt und die Daten an den Zabbix-Server weiterleitet. Auf dem Server werden sie visualisiert und in Dashboards aufbereitet.

Seit Zabbix 5.4 lassen sich Reports direkt aus dem Dashboard erzeugen und automatisch versenden. So bekommt das Qualitätsmanagement einen wöchentlichen oder monatlichen PDF-Report frei Haus – ohne dass jemand manuell exportieren muss.

Fazit #
Was hier am Beispiel von Kühlschränken gezeigt wird, lässt sich auf nahezu jede Sensor-basierte Überwachung übertragen: Serverraum-Klima, Brandfrüherkennung, Zutrittskontrollen, Stromqualität. Die Stärke von Zabbix liegt nicht nur im klassischen Server-Monitoring, sondern in seiner Erweiterbarkeit. Wer einmal verstanden hat, wie sich SNMP-Sensoren über einen Proxy einbinden lassen, kann praktisch jede physische Überwachungsanforderung in eine zentrale Sicht überführen – ohne proprietäre Software-Inseln.
Sie haben einen ähnlichen Anwendungsfall? Schreiben Sie mir – ich schaue mir Ihre Situation gerne unverbindlich an.
